Beiträge und Meinungen

Meines Erachtens, ein Blog für Beiträge zum Thema Friedhof, Trauer, Friedhofskultur in Frankfurt am Main
H.Fester

Gisela Christ von Carben

PRESSSEMITTEILUNG
Zum Tode von Gisela Christ von Carben

Die “Volkstheater Frankfurt Liesel Christ – Liesel und Gisela Christ-Stiftung” trauert um ihre Gründerin und Vorsitzende Gisela Christ von Carben, die am 14. Dezember 2015 plötzlich verstorben ist.
Gisela Dahlem-Christ, die erst seit ihrer Adoption vor einigen Jahren den Nachnamen “Christ von Carben” trug, wurde am 4. Oktober 1942 als Tochter der Schauspielerin Liesel Christ und des Opernsängers Fritz Dahlem in Heilbronn geboren. Sie wuchs in Frankfurt auf, wo sie eine Ausbildung zur Krankenschwester am St. Markus-Krankenhaus absolvierte. Zunächst begann sie eine Karriere als Operationsschwester an renommierten Herzkliniken in der Schweiz und den Vereinigten Staaten – bis sie eher zufällig zum Volkstheater kam und dann leidenschaftlich gern dabei blieb. Weil sie 1971 in Frankfurt auf ein Visum für die USA wartete, unterstützte sie ihre Mutter Liesel Christ, bekanntgeworden als Mamma Hesselbach der Fernsehserie, bei der Gründung des Volkstheaters Frankfurt. Seitdem leitete Gisela Dahlem-Christ als geschäftsführende Intendantin die Mundartbühne bis zu deren Schließung im Frühjahr 2013.
Um die Tradition des Volkstheaters fortzusetzen, gründete Gisela Christ von Carben im Mai 2015 die “Volkstheater Frankfurt Liesel Christ – Liesel und Gisela Christ-Stiftung”, die die Sprachvielfalt und insbesondere den Dialekt auf der Bühne pflegen und fördern soll. Mit großer Tatkraft und vielen Ideen erfüllte sie die Stiftung mit Leben. Noch kurz vor ihrem Tod hat die Stifterin die erste Stipendiatin ausgewählt und der Presse vorgestellt.
Vorstand und Verwaltung der Stiftung bedauern es sehr, dass Gisela Christ von Carben nun nicht mehr am weiteren Aufbau der Stiftung mitwirken kann. In ihrem Sinne und zu ihrem Andenken wollen sie die Stiftungsarbeit auch in Zukunft fortsetzen.

Für Rückfragen steht vom Stiftungsvorstand Dr. Sabine Hock, Telefon 069/65 62 42, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.

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Quelle: http://www.volkstheater-frankfurt-stiftung.de

Foto von Gisela Christ von Carben finden Sie zur Zeit hier

Frau Gisela Christ von Carben wurde im Familiengrab auf dem Frankfurter Hauptfriedhof im Gewann J 296 beigesetzt.

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H.Fester

Die alte Rotbuche

me rotbuche 01 450x320Die alte Rotbuche (Fagus sylvatica), ein würdevolles Naturdenkmal in Frankfurt am Main, ist einer besonderen Betrachtung wert. Der Baum schmückt den alten Teil des Hauptfriedhofs südlich im Gewann C ganz in der Nähe der Grüften. Beim Betreten des Einganges Rat-Beil-Straße (Gruftenweg) sieht man die prachtvolle Buche links der Grüften stehen. So jedenfalls konnte man bis im Jahre 2006 Besuchern des Friedhofs die Lage schildern. Die Rotbuche auf dem Hauptfriedhof, ausgewiesen als Naturdenkmal No. 9, hatte Ihr Lebensmaximum überschritten. Seit einigen Jahrzehnten baute sich die Holzsubstanz diese Baumes kontinuierlich ab. Massiver Pilzbefall machte ein Handeln zwingend erforderlich. Eine Fällung war nicht mehr aufzuschieben. Die Buche war aufgrund Ihres malerischen und weitausgreifenden Wuchses ein unverwechselbares Naturmonument auf dem Hauptfriedhof, direkt vis avis der alten Wandelhalle.

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Am 15.03.2006, nach 18:00 Uhr fiel der Hauptstamm der Säge zum Opfer. Aussagen von Friedhofsbesuchern ließen erkennen, wieviel Freude und Trost dieser Baum spendete. Ähnlich, wie um einen geliebten Menschen trauernd, nahmen die, die gekommen waren "Abschied" von einem in natura nie mehr wiederkehrenden Anblick dieses prächtigen Exemplars. Über die Fällung wurde in der privaten Internetseite „www.frankfurter-hauptfriedhof.de“ über den rundherum faszinierenden Baum mit vielen Fotos berichtet. In dem damals noch existierenden Gästebuch erschien ein Eintrag von S. Bünther, der hier erneut wiedergegeben wird:

 

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Abschied von dem ältesten Baum

Du großer wunderbarer Baum, berührtest mein Herz
und streichelst meine Seele.
Ganz Einsam standest du da.
Du gabst mir Kraft, Trost und Zuversicht.

Stark und stolz nach außen
und in Dir warst Du todkrank!
All die Zeit die du da gestanden hast,
unzählige Menschen sind an dir vorbei gegangen,
gerne hätte ich dir zugehört,
wenn du sprechen könntest.

Viele Tränen hast du gesehen und gezählt.

Jetzt weine ich um dich, mein großer Baum.
Blumen und Kerzen
habe ich an deinem Baumstamm niedergelegt,
für meine ungezählten Tränen.

So nehme ich Abschied von dir,
mein lieber Baum und meine Seele wird Ruhe finden.

 

 

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Quelle: http://www.frankfurter-hauptfriedhof.de/buche07.htm

H.Fester

Gewanne

me grafik fh plan klein 210x310Der Hauptfriedhof ist, wie auf der Grafik zu sehen, in Abschnitte unterteilt, die sich Gewanne nennen. Diese tragen eine fortlaufende Kennzeichnung von A bis N und von 1 bis 31 auf Plänen und vor Ort auf Grenzsteinen. Erste Bezeichnungen waren 1828 die Bereiche A, B, C und D. Die Zahlen 1 bis 31 sind auf den Grenzsteine in römischen Ziffern dargestellt. Hier die Schriftformen: 1= I • 2= II • 3= III • 4= IV • 5= V • 6= VI • 7= VII • 8= VIII • 9= IX • 10= X • 11= XI • 12= XII • 13= XIII • 14= XIV • 15= XV • 16= XVI • 17= XVII • 18= XVIII • 19= XIX • 20= XX • 21= XXI • 22= XXII • 23= XXIII • 24= XXIV • 25= XXV • 26= XXVI • 27= XXVII • 28= XXVIII • 29= XXIX • 30= XXX • 31= XXXI •

Es gibt auch Grabstellen mit der Bezeichnung "an der Mauer" oder kurz "adM". Dieser Zusatz wird hier erklärt.

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http://www.frankfurter-hauptfriedhof.de/fhfh_adm.htm

Gravis

Kulturhistorischer Schaden im alten Teil erschreckt Bürger

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Besucher wundern die neuen Gruftaufbauten im "alten" historischen Teil des Hauptfriedhofs. Dieser Artikel ist hier zu lesen.
Die Dame nimmt erschrocken beide Hände vor ihr Gesicht, als sie das einem Funktionsbau ähnelten Gebäude als Grabstätte erkennt. Das vom Wortsinn her als Mausoleum (Ein Mausoleum ist ein monumentales Grabmal in Gebäudeform) zu bezeichnendes Gebäude fällt auf und hebt sich ab von den rund 900 erhaltenswerten, denkmalgeschützten Grabstätten.
Immer wieder Richtungswechsel ihres Blickes, links, rechts, das Dach, der Zaun, die Fenster - sie kann es nicht begreifen, was die Planer und Verantwortlichen diesem Standort zumuten.

Rechts neben dem neuen Mausoleums-Gebäude das 1927 von Bildhauer Prof. Friedrich Christoph Hausmann (1860-1936) geschaffene Grabmal für den Ehrenbürger Leo Gans (1843-1935), einem deutschen Chemiker und Industriellen mit Verdiensten als Mäzen und Förderer von Wissenschaft und Kultur in Frankfurt am Main, sowie Vorsitzender des Städelschen Museumsvereins.

Dem unpassenden Mausoleums-Neubau schräg gegenüber liegt die Gedenkstätte vom Industrieellen Arthur von Weinberg (1860-1943), Dr. med. h.c., Ehrenbürger und Stifter, sowie Ehrensenator der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er war Teilhaber der Cassella Farbwerke Mainkur, Aufsichts- und Verwaltungsratsmitglied der I.G. Farbenindustrie AG. Arthur von Weinberg gehörte 1914 zu den Stiftern der Universität Frankfurt. Die Grabanlage ist ein Meisterwerk des Architekten Hermann Senf (1878-1979) aus dem Jahr 1922.

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Aufgebrachte Ornamente auf der weißen Haustür (Normgröße Eigenheim), zeigen den Wunsch auf, dem Anlass Trauer und Totenverehrung gerecht werden zu wollen.

In § 27 der Friedhofsordnung der Stadt Frankfurt am Main vom 20. Juli 2010 ist der Allgemeiner Gestaltungsgrundsatz festgeschrieben: "Jede Grabstätte ist so zu gestalten und an die Umgebung anzupassen, dass die Würde des Friedhofs in seinen einzelnen Teilen und in seiner Gesamtanlage gewahrt wird."

Das bisher namenlose Mausoleum neuerer Bauart ist aber nicht das einzige, mit dem sich der Friedhof neuerdings schmückt. Am Neuen Portal, linksseitig der großen begrünten Freifläche steht seit 2011 ein auffallendes, farbenfrohes Gebäude ähnlicher Bauart.

Leider kann sich nicht jeder Bürger/Friedhofsbesucher mit dieser neuen Friedhofskultur anfreunden.

Kritische Bürger sollen gemaßregelt werden (Leserzuschrift FNP vom 19.10.2011)

Zu "So bunt kann der Tod sein": Die Stellungnahme der Stadtverwaltung zur Bürgerkritik an der Entwicklung des Frankfurter Hautfriedhofes ist ebenso schlicht wie bösartig. Seit wann ist es in Frankfurt üblich, kritischen Bürger zu maßregeln? Ein Mitarbeiter aus der Friedhofsabteilung moniert, dass "Bürger im Stillen murren, anstatt sich zu erkundigen und den Dialog mit dem Amt zu suchen". Herr Thomas Linne, Abteilungsleiter, hat wohl vergessen, dass die Meinungsfreiheit grundsätzlich garantiert ist. Außerdem verkehrt er die Bürgerbeteiligung ins Gegenteil. Denn es wäre seine Aufgabe gewesen, vor der Errichtung der Gebäude-Fremdkörper, die Angehörigen der Verstorbenen anzusprechen und zu beteiligen, die in unmittelbarer Nähe bestattet sind. Dazu gehört im Übrigen auch der Magistrat, der zuständig ist für die nachbarlichen städtischen Ehrengräber. Jetzt den Dialog mit dem Friedhofsamt einzufordern, ist völlig sinnfrei. Die Gebäude stehen, und keiner kann jetzt wollen, dass sie beseitigt werden. Die Friedhofsabteilung hat das Recht, wenn sie auf die neue Friedhofsordnung hinweist. Danach sind u. a. Grabstätten "an die Umgebung anzupassen". Die Frage ist nur, weshalb hat sie gegen diese Vorschrift selbst verstoßen? Denn vor der Errichtung der Mausoleen waren weit und breit keine ähnlichen Gebäude vorhanden. (Claus Kosinski, per E-Mail)

 

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Artikel in: http://www.frankfurter-hauptfriedhof.de/mausoleum2011.htm

H.Fester

Kategorie-Info: Hauptfriedhof

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Ein Park für die Toten...
Der Hauptfriedhof von Frankfurt am Main wurde 1828 eröffnet. Gemeinsam mit den beiden direkt angrenzenden jüdischen Friedhöfen bildet das Areal an der Eckenheimer Landstraße einen der größten Friedhofkomplexe Deutschlands. Die monumentalen Portalbauten, die Gartenarchitektur, Grabdenkmäler aus 180 Jahren sowie Grabstätten zahlreicher bedeutender Persönlichkeiten machen den Hauptfriedhof zu einem äußerst sehenswerten Stück Frankfurt. Es gibt wenige Orte in Frankfurt, die dem Besucher die gleiche Ansammlung an historischen, künstlerischen und menschlichen Spuren vermitteln.
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