Beiträge und Meinungen

Meines Erachtens, ein Blog für Beiträge zum Thema Friedhof, Trauer, Friedhofskultur in Frankfurt am Main
Gast

Vandalismus

me pk vandalismus 2 350x350 Der Peterskirchhof,
nur wenige Schritte von Frankfurts Innenstadt-Einkaufsmeile, der Zeil entfernt, dient heute als Grünanlage. Die Stadt möchte den alten Kirchhof aufwerten und ihn als wesentlichen Teil der Stadtgeschichte sichtbarer machen. Auf dem Kirchhof, dem christlichen Friedhof Frankfurts von einst, wurden vom 15. Jahrhundert bis zum Jahr 1828, als der Hauptfriedhof entstand, die Toten beigesetzt. Unter den hier Begrabenen waren auch prominente Bürger wie Goethes Eltern oder Mitglieder bekannter Familien. Nachdem der Kirchhof während der neunziger Jahre ein Treffpunkt für Drogenhändler gewesen war, ist in den vergangenen Jahren schon einiges zu seiner Aufwertung getan worden. Seit November 2007 ist er nachts geschlossen, um Vandalismusschäden vorzubeugen. Schmierereien (Bild links) und abgeschlagene Köpfe von Grabmalen gehören zu den mutwillig herbeigeführten Zerstörungen.  

me pk vandalismus 1 350x244

 

Zwischenzeitlich macht auch ein dreieckiges, gelbes Schild am Mast darauf aufmerksam, daß Videokameras das Geschehen auf dem Territorium beobachten. An den Eingangstoren gibt es Hinweise, daß der Peterskirchhof wegen der Problematik nachts verschlossen bleibt. Es gilt zu hoffen, daß diese Maßnahmen einer weiteren Vernichtung historischer Schätze vorbeugen.

me trenn gruen 700x3

Gravis

Plan Übersicht Peterskirchhof

me pk 03 Plan Skizze 253x400

Cath. Elis. Goethe (1731-1808) Goethes Mutter (1)
Johann Caspar Goethe (1710-1782) Goethes Vater (2)
Simon Moritz v. Bethmann (1768-1826) Bankier (3)
Joh. Matthäus Adami (1665-1754)  (4)
Matthäus Merian d. J. (1621-1687) Kupferstecher (5)
Joh. Adolf von Cronstetten (1647-1712) Ratsherr (6)
Ammelburg (7)
Bansa (8) + (8a)
Brentano, von (9)
de Neufville (10)
du Fay (11)
Grunelius (12) Grab im Bereich d. Kindergartens
Lersner, von (13)
Leonhardi, von (14)
Nestle (15)
Passavant (16)
Zickwolff (17) Grab im Bereich d. Kindergartens

 

 

 

 

Kurzinfo und Planskizze oben: Orientierungshilfe (hier in der Größe 1250x800 herunterladen)

Es besteht nur noch ein Rest des ab 1452 an der Neustadtkirche Sankt Peter angelegten, in Folge mehrmals erweiterten und bis 1828 benutzen Begräbnisplatzes. Die Ruhestätte zahlreicher Frankfurter Familien wurde ab 1870 zum Park ausgebaut. 1892-1895 wurde die neue Peterskirche auf dem alten Friedhof errichtet. In Folge wurde das Gelände durch Straßen und sonstige Bebauung weiter verkleinert. Die Nummern auf dem Plan (links) sind den unter angegebenen Namen bekannter Personen und Altfrankfurter Familien zugeordnet. Von den Grabstätten der vornehmsten Frankfurter Patriziergeschlechter, unter anderem der Herren von Holzhausen, von Glauburg, von Fürstenberg und zum Jungen, die sich in der 1896 abgebrochenen, alten Sankt Peterskirche befanden, ist - laut Angaben der Infotafel im heutigen Eingangsbereich des Friedhofs - nichts mehr vorhanden.

btn me pfeil ab 33x33

http://www.peterskirchhof.de/pk-03-plan.html

 

Gravis

Maulbeerbaum auf dem Peterskirchhof

me pk 07 maulbeerbaum DSC 4919 180x270Maulbeerbäume sind selten geworden. Auf dem Peterskirchhof, ein paar Schritte vom Grabmal Catharina Elisabeth Goethe geb. Textor (1731-1808) entfernt, findet man noch einen alten Maulbeerbaum. Die Schwarze Maulbeere ist ursprünglich in Westasien beheimatet. Sie wurde allerdings spätestens um 1500 herum bereits in Südeuropa gepflanzt. Der erste nachweisbare Frankfurter Stadtgärtner Johann Nikolaus Wohlrath ersetzte ab 1765 Lindenbäume durch Maulbeerbäume, deren Blätter man für die Seidenraupenzucht verwendete. Die Wirtschaftlichkeit und weniger seine aromatischen Früchte machten diese Bäume für die Stadt interessant. Billige Seidenimporte aus Südostasien Anfang des 20. Jahrhunderts machten die europäische Seidenzucht und damit auch die europäischen Maulbeerbäume überflüssig und verdrängten sie aus dem Stadtbild. Im Hintergrund auf dem Foto rechts sehen Sie die Grabstätte von Goethes Mutter.

 

btn me pfeil ab 33x33

http://www.peterskirchhof.de/pk-07-fotos-maulbeerbaum.html

Weiterlesen
391 Aufrufe
1 Kommentar
Gravis

Goethes Vater

me-Goethe-a-pk2-4-1v23-180x270

Auf dem Peterskirchhof in Frankfurt am Main befindet sich die Grabstätte Georg Walter, Wandtafel und Bodenplatte mit Umfriedung. Bild rechts.
Hier liegt der Jurist Johann Caspar Goethe,

Vater des Dichters Johann Wolfgang von Goethe

begraben.
Grabstätte von Johann Caspar Goethe Goethes Vater, "Johann Caspar Goethe", wurde am 29.7.1710 im ehemaligen Gasthaus zum Weidenhof als Sohn eines Schneidermeisters und erfolgreichen Gasthalters geboren. Durch unverschuldetes Mißgeschick am öffentlichen Wirken verhindert, hat er sein ganzes Leben wissenschaftlicher Arbeit und seinen Sammlungen gewidmet. Er hat den berühmten Sohn, dessen Erfolge er durch seinen Tod 1782 nicht mehr erleben durfte, viel mehr auf den Lebensweg mitgegeben, als gemeinhin anerkannt wird. Er ruht in dem Familiengrab Walter an der westlichen Mauer nach der Brönnerstrasse, der Grabstätte seiner Frau Aja im Liebfrauenschulhof, gerade gegenüber. Die 1954 restaurierte Grabstätte des Dichtervaters trägt die Inschrift "Hier ruht Goethes Vater".

 

btn me pfeil ab 33x33

http://www.peterskirchhof.de/pk-04-historie-06-goethe-graeber.html

Gravis

Goethes Mutter

me-Goethe-Textor-a-pk1-3-1v1-180x271

Auf dem Peterskirchhof in Frankfurt am Main befindet sich das Grabmal Catharina Elisabeth Goethe geb. Textor (1731-1808)

Mutter des Dichters von Johann Wolfang von Goethe
Goethes Mutter, Catarina Elisabeth Textor, wurde am 19.2.1731 als Tochter des Frankfurter Stadtschultheißen Johann Wolfgang Textor geboren. Die selbstbewußte Frau gab sich nicht als Dame, sondern als die gute Seele eines großen Kreises junger, froher Menschen voll von Ideen und Einfällen.
Die Grafen Stollberg haben ihr nach der stets hilfreichen Mutter der Haimonskinder den Namen "Frau Aja" gegeben. Sie hat ihre letzte Ruhestätte nach ihrem Tode 1808 im Textorschen Familiengrab gefunden.
Die ehrwürdige, von dem Nürnberger Bildhauer Hans Korners geschaffene Grabstätte, liegt heute auf dem Liebfrauenschulhof. Sie ist im Jahre 1954 restauriert worden. Die Grabplatte trägt die Inschrift

"Hier ruht Goethes Mutter".

btn me pfeil ab 33x33

http://www.peterskirchhof.de/pk-04-historie-06-goethe-graeber.html