Beiträge und Meinungen

Meines Erachtens, ein Blog für Beiträge zum Thema Friedhof, Trauer, Friedhofskultur in Frankfurt am Main

Harald Fester ist Urheber der ersten Internetseiten von Frankfurter Friedhöfen. 2004 entstanden die Projekte Hauptfriedhof und Peterskirchhof. Ca. 10 Jahre später entstand eine Auskopplung zu allen Frankfurter Friedhöfen. 2011 würdigte die Stadt die ehrenamtliche Tätigkeit mit der Ehrenamts-Danke-Card.

H.Fester

Lehrgeld auf dem Friedhof

me grafik lehrgeld 1 250x183Hätte nie gedacht, daß ich einmal von einem Bettler über's Ohr gehauen werde. Was ist passiert? 

An einem Nachmittag während des Besuchs auf dem Hauptfriedhof sprach mich ein 56 jähriger Mann an und fragte nach der Uhrzeit. Nach meiner Antwort setzte er das Gespräch fort, indem er sagte er müsse sich sputen aus dem Friedhof zu kommen, um zum Bahnhof zu eilen. Leider sei ihm sein Fahrrad auf dem Friedhof gestohlen worden, was er kurz bei der Grabpflege aus den Augen gelassen hatte. Zudem sei auch noch seine Tasche mit Ausweisen und Geld weg. Ob ich ihm wohl 11,50 Euro für die Bahnfahrt geben könnte, diese Bitte kam in einem Atemzug. Zuerst war ich nicht bereit, weil ich meinem Gegenüber das nicht so recht abnahm. Meine Nachfrage, ob er den Diebstahl nicht melden wolle, sagte er, das sei schon geschehen und die Friedhofsverwaltung könne ihm nicht weiter helfen. Das Fahrziel hatte der Mann mit Marburg angegeben und weil ich auch eine Beziehung zu dieser Stadt habe, hörte ich weiter zu.
Er kannte die gleichen Lokale in Marburg wie ich, sah in den letzten Tagen einen Film über Marburgs Musikszene, wo ich als Darsteller auch eine Rolle darin spielte und es zeigte sich, daß er Musiker ist. Spätestens hier wandelten sich meine Bedenken in Mitleid. Und weil ich die Musikerszene von Marburg in einer eigenen Homepage aufarbeite, hatte mein Gewissen nun gar keine Einwände, ihm das Geld zu leihen, nachdem er auch versprach den Betrag am nächsten Ersten wieder an mich per Post zu schicken. Ich machte, weil alles so persönlich wurde, noch ein Foto von ihm und gab ihm nicht nur das Fahrgeld sondern noch etwas mehr - es waren 25 Euro.
Auf meinem Heimweg kamen meine Zweifel erneut, und ich erzählte zuhause meiner Frau die Geschichte. Ich hätte alles richtig gemacht, sagte sie und meinte, wenn ein Mensch in Not ist, dann soll man helfen. Zudem, wenn man mehr von ihm weiß, als nur die Beschreibung seiner Notlage.me grafik lehrgeld 2 182x220
Es sollte alles anders kommen: Natürlich kam kein Geld zurück. Und das tollste, der "Typ" sprach mich - Wochen später - ein zweites Mal an. Natürlich sind auch hier Ausreden parat gewesen, warum er mir das geliehene Geld nicht zurück schickte.
Diesmal sei in Marburg seine Wohnung aufgebrochen worden und alles, was wertvoll war, sei gestohlen. Jetzt versuchte er Geld für eine neue Gitarre zu erbetteln, denn die sei auch weg und er verdiene im Moment nur sein Geld mit der Musik. Und ohne Gitarre kein Verdienst. - Ich konnte mich nicht überwinden, erneut finanziell auszuhelfen.

Dieses aggressive Betteln hat mich dazu gebracht, daß ich niemand mehr mit Geld aushelfe, den ich nur flüchtig kenne. Menschen, die die Hilfsbereitschaft anderer mit zweifelhaften Geschichten für ihren Vorteil ausnutzen, handeln vielleicht nicht gegen Recht und Gesetz, hinrerlassen jedoch bei den Gutgläubigen ein unsauberes und zweifelhaftes Verhalten. Das geliehene Geld habe ich nicht zurück bekommen und sah den Mann seither nie wieder. 

Haben Sie auch etwas Ähnliches auf einem Friedhof erlebt?

Info zum Bild: Das Foto zeigt den im Text beschriebenen "Pechvogel", der nach eigenen Angaben sich mit Johnny Django Reinhardt vorstellte. Ich fragte ihn, ob er zustimmt, wenn ich seine außergewöhnliche Geschichte in meiner Internetseite über den Friedhof inklusiv einem Foto von seiner Person veröffentliche. Herr R. hatte dagegen nichts einzuwenden und stellte sich abermals für ein Foto (© Fester), diesmal außerhalb des Friedhofs an einem Tor in der Rat-Beil-Straße zum Ablichten in Pose.

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H.Fester

Gisela Christ von Carben

PRESSSEMITTEILUNG
Zum Tode von Gisela Christ von Carben

Die “Volkstheater Frankfurt Liesel Christ – Liesel und Gisela Christ-Stiftung” trauert um ihre Gründerin und Vorsitzende Gisela Christ von Carben, die am 14. Dezember 2015 plötzlich verstorben ist.
Gisela Dahlem-Christ, die erst seit ihrer Adoption vor einigen Jahren den Nachnamen “Christ von Carben” trug, wurde am 4. Oktober 1942 als Tochter der Schauspielerin Liesel Christ und des Opernsängers Fritz Dahlem in Heilbronn geboren. Sie wuchs in Frankfurt auf, wo sie eine Ausbildung zur Krankenschwester am St. Markus-Krankenhaus absolvierte. Zunächst begann sie eine Karriere als Operationsschwester an renommierten Herzkliniken in der Schweiz und den Vereinigten Staaten – bis sie eher zufällig zum Volkstheater kam und dann leidenschaftlich gern dabei blieb. Weil sie 1971 in Frankfurt auf ein Visum für die USA wartete, unterstützte sie ihre Mutter Liesel Christ, bekanntgeworden als Mamma Hesselbach der Fernsehserie, bei der Gründung des Volkstheaters Frankfurt. Seitdem leitete Gisela Dahlem-Christ als geschäftsführende Intendantin die Mundartbühne bis zu deren Schließung im Frühjahr 2013.
Um die Tradition des Volkstheaters fortzusetzen, gründete Gisela Christ von Carben im Mai 2015 die “Volkstheater Frankfurt Liesel Christ – Liesel und Gisela Christ-Stiftung”, die die Sprachvielfalt und insbesondere den Dialekt auf der Bühne pflegen und fördern soll. Mit großer Tatkraft und vielen Ideen erfüllte sie die Stiftung mit Leben. Noch kurz vor ihrem Tod hat die Stifterin die erste Stipendiatin ausgewählt und der Presse vorgestellt.
Vorstand und Verwaltung der Stiftung bedauern es sehr, dass Gisela Christ von Carben nun nicht mehr am weiteren Aufbau der Stiftung mitwirken kann. In ihrem Sinne und zu ihrem Andenken wollen sie die Stiftungsarbeit auch in Zukunft fortsetzen.

Für Rückfragen steht vom Stiftungsvorstand Dr. Sabine Hock, Telefon 069/65 62 42, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.

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Quelle: http://www.volkstheater-frankfurt-stiftung.de

Foto von Gisela Christ von Carben finden Sie zur Zeit hier

Frau Gisela Christ von Carben wurde im Familiengrab auf dem Frankfurter Hauptfriedhof im Gewann J 296 beigesetzt.

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H.Fester

Die alte Rotbuche

me rotbuche 01 450x320Die alte Rotbuche (Fagus sylvatica), ein würdevolles Naturdenkmal in Frankfurt am Main, ist einer besonderen Betrachtung wert. Der Baum schmückt den alten Teil des Hauptfriedhofs südlich im Gewann C ganz in der Nähe der Grüften. Beim Betreten des Einganges Rat-Beil-Straße (Gruftenweg) sieht man die prachtvolle Buche links der Grüften stehen. So jedenfalls konnte man bis im Jahre 2006 Besuchern des Friedhofs die Lage schildern. Die Rotbuche auf dem Hauptfriedhof, ausgewiesen als Naturdenkmal No. 9, hatte Ihr Lebensmaximum überschritten. Seit einigen Jahrzehnten baute sich die Holzsubstanz diese Baumes kontinuierlich ab. Massiver Pilzbefall machte ein Handeln zwingend erforderlich. Eine Fällung war nicht mehr aufzuschieben. Die Buche war aufgrund Ihres malerischen und weitausgreifenden Wuchses ein unverwechselbares Naturmonument auf dem Hauptfriedhof, direkt vis avis der alten Wandelhalle.

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Am 15.03.2006, nach 18:00 Uhr fiel der Hauptstamm der Säge zum Opfer. Aussagen von Friedhofsbesuchern ließen erkennen, wieviel Freude und Trost dieser Baum spendete. Ähnlich, wie um einen geliebten Menschen trauernd, nahmen die, die gekommen waren "Abschied" von einem in natura nie mehr wiederkehrenden Anblick dieses prächtigen Exemplars. Über die Fällung wurde in der privaten Internetseite „www.frankfurter-hauptfriedhof.de“ über den rundherum faszinierenden Baum mit vielen Fotos berichtet. In dem damals noch existierenden Gästebuch erschien ein Eintrag von S. Bünther, der hier erneut wiedergegeben wird:

 

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Abschied von dem ältesten Baum

Du großer wunderbarer Baum, berührtest mein Herz
und streichelst meine Seele.
Ganz Einsam standest du da.
Du gabst mir Kraft, Trost und Zuversicht.

Stark und stolz nach außen
und in Dir warst Du todkrank!
All die Zeit die du da gestanden hast,
unzählige Menschen sind an dir vorbei gegangen,
gerne hätte ich dir zugehört,
wenn du sprechen könntest.

Viele Tränen hast du gesehen und gezählt.

Jetzt weine ich um dich, mein großer Baum.
Blumen und Kerzen
habe ich an deinem Baumstamm niedergelegt,
für meine ungezählten Tränen.

So nehme ich Abschied von dir,
mein lieber Baum und meine Seele wird Ruhe finden.

 

 

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Quelle: http://www.frankfurter-hauptfriedhof.de/buche07.htm

H.Fester

Gewanne

me grafik fh plan klein 210x310Der Hauptfriedhof ist, wie auf der Grafik zu sehen, in Abschnitte unterteilt, die sich Gewanne nennen. Diese tragen eine fortlaufende Kennzeichnung von A bis N und von 1 bis 31 auf Plänen und vor Ort auf Grenzsteinen. Erste Bezeichnungen waren 1828 die Bereiche A, B, C und D. Die Zahlen 1 bis 31 sind auf den Grenzsteine in römischen Ziffern dargestellt. Hier die Schriftformen: 1= I • 2= II • 3= III • 4= IV • 5= V • 6= VI • 7= VII • 8= VIII • 9= IX • 10= X • 11= XI • 12= XII • 13= XIII • 14= XIV • 15= XV • 16= XVI • 17= XVII • 18= XVIII • 19= XIX • 20= XX • 21= XXI • 22= XXII • 23= XXIII • 24= XXIV • 25= XXV • 26= XXVI • 27= XXVII • 28= XXVIII • 29= XXIX • 30= XXX • 31= XXXI •

Es gibt auch Grabstellen mit der Bezeichnung "an der Mauer" oder kurz "adM". Dieser Zusatz wird hier erklärt.

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http://www.frankfurter-hauptfriedhof.de/fhfh_adm.htm

H.Fester

Kategorie-Info: Allgemein

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In dieser Kategorie...

werden Beiträge gesammelt, die keine direkte Zuordnung - z. B. "Hauptfriedhof" oder "Peterskirchhof" bekommen haben. Also, wenn Sie einen Beitrag schreiben, so ist dieser hier in jedem Fall gut aufgehoben und kann von allen gelesen werden.

Welche Themen gehören überhaupt hier veröffentlicht?

Alles, was mit dem Thema Friedhof zu tun hat und zu dem Sie sich äußern möchten kann hier niedergeschrieben werden. Sollten Sie bei Ihrem letzten Besuch auf einem Frankfurter Friedhof etwas besonderes erlebt oder endeckt haben, hier können Sie das Erlebnis beschreiben. Sie können auch ein Foto hochladen. Liegt Ihnen etwas am Herzen, was einen Friedhof in Frankfurt am Main betrifft: Hier können Sie es einer Öffentlichkeit preisgeben.

 

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H.Fester

Kategorie-Info: Hauptfriedhof

me foto grabengel rose 180x76

Ein Park für die Toten...
Der Hauptfriedhof von Frankfurt am Main wurde 1828 eröffnet. Gemeinsam mit den beiden direkt angrenzenden jüdischen Friedhöfen bildet das Areal an der Eckenheimer Landstraße einen der größten Friedhofkomplexe Deutschlands. Die monumentalen Portalbauten, die Gartenarchitektur, Grabdenkmäler aus 180 Jahren sowie Grabstätten zahlreicher bedeutender Persönlichkeiten machen den Hauptfriedhof zu einem äußerst sehenswerten Stück Frankfurt. Es gibt wenige Orte in Frankfurt, die dem Besucher die gleiche Ansammlung an historischen, künstlerischen und menschlichen Spuren vermitteln.
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Gäste — Gast
Manchmal ist mir der Gang über den Friedhof ein Bedürfnis. Nur wenn die Laubbläser aktiv sind möchte ich schnell wieder weg. Viel ... Weiterlesen
Montag, 14 Dezember 2015 10:10 AM
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H.Fester

Kategorie-Info: Peterskirchhof

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Mitten in der Frankfurter City...
zwischen Bleichstrasse, Stephanstrasse und Schäfergasse in unmittelbarer Nähe und um die Peterskirche, die seit 2007 als Jugend- und Veranstaltungskirche unter dem Namen "jugend-kultur-kirche sankt peter" besteht, liegt der historische, städtische Begräbnisplatz vom 15. Jahrhundert: DER PETERSKIRCHOF. Der wohl bekannteste, hier zu findende Name ist 'Goethe'. Nicht der in Frankfurt am Main geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe ist hier begraben, sein Grab befindet sich auf dem Historischen Friedhof in Weimar. Seine Eltern jedoch, der Jurist Johann Caspar Goethe (1710-1782) und Catherina Elisabeth Goethe, geb. Textor (1731-1808) wurden auf dem hiesigen Friedhof beigesetzt. Die heutige Größe des Terains entspticht nicht mehr der Originalgröße des Friedhofs und ist durch die Frankfurter Stadtplaner im laufe der Zeit nach der Auflassung (1828) um einiges geschrumpft worden.
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H.Fester

Kategorie-Info: Friedhöfe

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Es war im Jahre 2004...

als die erste Internetseite für einen Frankfurter Friedhof, entstand. In Web-Suchmaschinen schon bald die Nummer 1 für verbindliche Resultate solcher Anfragen. Zeitnahe veröffentlichte Wikipedia eine Daten-Kopie des privaten Projektes "Frankfurter Hauptfriedhof" als Kapitel, welches inzwischen zu den "exzellent ausgezeichneten Artikeln" gehört. Ein Thema mit historischem Hintergrund.

Hier haben Sie nun die Möglichkeit, selbst einen Beitrag zu verfassen, der sich mit einem Frankfurter Friedhof befasst. 

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